Freiwillige Feuerwehr Dackscheid

Einer für Alle - Alle für Einen

 

Geschrieben von Daniel Brüggemann   

Der Maschinist bei der Feuerwehr hat einen verantwortungsvollen Job. Ohne seine technischen Fachkenntnisse würde der Feuerwehr ein wertvolles Mitglied fehlen. Wir geben Tipps und Tricks zur erfolgreichen Bewältigung der Maschinistenaufgaben, insb. zur Bedienung der Pumpen.

Aufgaben des Maschinisten

FwDV4-Symbol eines Maschinisten
Symbol eines Maschinisten nach FwDV4
Der Maschinist ist der Fahrzeugführer des Feuerwehrfahrzeugs. Des Weiteren ist er für die Instandsetzung und Bedienung der Feuerwehrpumpen und für die Bereitstellung und Bedienung von Sonderaggregaten zuständig.

Auf dieser Internetseite gehen wir vor allem auf die Bedienung der Feuerwehrpumpen näher ein. Die folgenden Ratschläge und Tipps wurden so ausformuliert, dass auch nicht technisch versierte Kameraden den Text verstehen können. Allerdings ist die Voraussetzung zum Verständnis dieses Textes eine erfolgreiche Teilnahme an einem Maschinistenlehrgang. Auf technische Spezifikationen wurde beim Erstellen dieser Seite nicht allzu sehr eingegangen. Vielmehr dient diese Seite als Nachschlagewerk für einen Maschinisten. 

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeine Ratschläge beim Erreichen der Einsatzstelle
  2. Tragkraftspritzenbedienung und deren Einsatz
  3. Fehlerbehebung beim Pumpeneinsatz
  4. Die zwei Pumpenprüfungen (WICHTIG)
    1. Trockensaugprüfung und Trockensaugen
    2. Schließdruckprüfung

* TS = Tragkraftspritze

Wichtige Ratschläge beim Erreichen der Einsatzstelle

Alarmfahrt
Alarmfahrt: Der Maschinist ist für die Sicherheit der Besatzung verantwortlich
Bei jeder Einsatzfahrt mit einem Feuerwehrfahrzeug ist die oberste Devise: "Sicher ankommen". Bitte bedenken Sie, dass nicht nur Sie bei einem eventuellen Unfall verletzt werden. Auch Ihre Kameraden sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie zum Einsatzort mit dem Löschfahrzeug fahren.
Maschinistenverantwortung
Der Maschinist ist für die Vollständigkeit aller Einsatzgeräte auf dem Fahrzeug verantwortlich
Des Weiteren ist es wichtig, dass alle Geräte vollständig funktionsbereit und auch vollzählig auf dem Fahrzeug sicher verstaut sind. Wenn Sie am Einsatzort ankommen, dann parken Sie nicht die Zufahrtstrasse zum Unfallort zu, so dass z.B. eine Drehleiter nicht mehr rangieren kann oder nachrückende RTW nicht mehr den Einsatzort direkt erreichen können. Es nützt auch nichts, wenn Sie Ihre TS direkt an einem Hydranten aufstellen, da der Hydrant auch schon 5 bar an Druck hat. Deshalb nutzen Sie die Hydrantenleistung aus, bevor Sie die Tragkraftspritze einsetzen. 

Tragkraftspritzenbedienung und wichtige Hinweise zum Einsatz

Folgende Punkte sollten Sie sich für den Einsatz einer TS merken:

  • Tragkraftspritzenbedienung Aufstellung der TS so nah wie möglich am offenen Gewässer, so dass der Entlüftungsweg durch wenige Saugschläuche klein gehalten wird.
  • Wenn das Gewässer stark verschmutzt ist, sollte vor dem Saugkorb ein Saugschutzkorb befestigt werden.
  • Wenn der Grund des Gewässers sehr sandig ist, sollte unter dem Saugkorb eine feste Unterlage gesetzt werden.
  • Die TS sollte waagerecht aufgestellt werden; ansonsten darf nur eine Steigung von 30% vorhanden sein.
  • Saugschläuche müssen vom Gewässer aufwärts zur TS verlegt werden, so dass sie immer unterhalb der TS liegen und keine "Luftlöcher" entstehen können.
  • Bei jedem Einsatz muss ein 10l Benzinkanister mit passenden Einfüllstutzen bereitgelegt werden.
  • Bei Benutzung eines Hydranten oder bei langen Wegestrecken sollte immer ein Sammelstück am Saugstutzen der Pumpe angeschlossen werden. Dadurch kann eventuell noch eine zweite B-Leitung angeschlossen werden, wenn z.B. die Wasserzufuhr oder der Eingangsdruck zur TS erhöht werden soll.
  • Die Oberkante des Saugkorbs muss mindestens 30 cm unter der Wasseroberfläche liegen.
  • Druckschwankungen durch zu schnelles Öffnen der Druckabgänge und plötzliches Gasgeben mit Rücksicht auf die Strahlrohrführer und den Druckschläuchen vermeiden.
  • Den Ausgangsdruck der Pumpe an die jeweilige Anzahl der Druckschläuche anpassen. Am Strahlrohr müssen nur 5 bar Druck ankommen!
  • Bei großer Saughöhe oder großer Fördermenge, z.B. beim Lenzbetrieb, kann es aufgrund von Dampfblasen innerhalb der Pumpe zu Beschädigungen kommen (Kavitation). Anhand eines Geräusches, welches sich so anhört, als würden Kieselsteine gefördert werden, ist die Kavitation zu erkennen. Sobald das Geräusch hörbar ist, muss so schnell wie nur möglich die Pumpe aus dem Betrieb genommen werden, da ansonsten schwere Schäden in der Pumpe entstehen.

Fehlerbehebung während des Einsatzes

Folgend sehen Sie eine Tabelle in der die häufigsten Störungen beim Betrieb einer TS skizziert sind:

Störung mögliche Ursache Lösung
Wassersäule reißt dauernd ab, obwohl Pumpe und Saugleitung dicht sind Saugkorb liegt nicht tief genug im Wasser, so dass Luft mit angesaugt wird Durch zusätzliche Saugschläuche den Saugkorb tiefer im Wasser bringen
Ausgangs- und Eingangsdruck fällt plötzlich auf 0 bar ab Luft ist schlagartig in den Druckschläuchen eingedrungen Entsprechenden Saugschlauch austauschen
Druckmanometer zeigt keinen Unterdruck an Pumpe nicht eingekuppelt

Entwässerungshahn ist offen

Pumpe oder Saugleitung ist undicht
Pumpe einkuppeln


Entwässerungshahn schließen

Saugleitung auf Undichtigkeit prüfen
Pumpe fördert kein Wasser, obwohl Unterdruck auf dem Meßgerät angezeigt wird Sieb im Saugkorb oder im Saugeingang der Pumpe verstopft

Rückschlagventil im Saugkorb sitzt fest
Saugsieb reinigen



Ventil durch vorsichtige Schläge lösen
Ausgangsdruck steigt und Eingangsdruck (Unterdruck) fällt Strahlrohre wurden an der Einsatzstelle abgeschaltet Die Gaseinstellung so korrigieren, dass der Ausgangsdruck wieder passt
Ausgangsdruck fällt und Eingangsdruck (Unterdruck) steigt Es wurden mehr Strahlrohre eingeschaltet oder ein Verteiler geöffnet Gewünschten Druck einstellen
Pumpe fördert mehr Wasser bei steigendem Unterdruck Der Saugkorb oder Sieb im Saugeingang der Pumpe verdreckt Saugkorb und Sieb reinigen und eventuell Saugschutzkorb anbringen

Die zwei Pumpenprüfungen

Bedienung der Heckpumpe eines Löschfahrzeuges
Bedienung der Heckpumpe eines Löschfahrzeuges
Eine Trockensaugprüfung und Schließdruckprüfung der Pumpe sollte nach jedem Einsatz erfolgen. Auf jedem Fall muss das Trockensaugen erfolgt sein, damit das Wasser aus der Pumpe entfernt wird, so dass Kalkablagerungen, Oxidationen oder ähnliches die Pumpe nicht beschädigen kann.

Trockensaugen

  1. Motor einschalten und Pumpe entkuppeln
  2. Blindkupplungen von Druck- und Saugstutzen entfernen
  3. Federbelastete Niederschraubventile bis zum Anschlag öffnen und den Aritierstift am Ventil ein Stück rausziehen
  4. Entlüftungsventil, Entwässerungshahn öffnen
  5. Pumpe einkuppeln
  6. solange die Pumpe laufen lassen, bis kein Wasser mehr aus der Pumpe läuft

1. Trockensaugprüfung

  1. Blindkupplung vor dem Saugstutzen anbringen
  2. Federbelastete Niederschraubventile schließen
  3. Blindkupplungen von den Druckstutzen abnehmen
  4. Wasserablasshähne und alle Ventile komplett schließen
  5. Pumpe in Betrieb setzen
  6. Innerhalb 30 Sekunden muss ein "Unterdruck" von - 0,8 bar erreicht werden
  7. Pumpe (Entlüftungseinrichtung) ausschalten bzw. den Motor bei einer TS ausschalten
  8. Innerhalb einer Minute darf der Druck um höchstens 0,1 bar abfallen. Ansonsten ist die Pumpe nicht mehr dicht!
  9. Entlüftungshahn nach einer Minute wieder öffnen und offen halten, so dass das Pumpeninnere noch trocknen kann
  10. FERTIG

2. Schließdruckdichtprüfung

  1. Wasser "blasenfrei ansaugen"
  2. NICHT Pumpe auskuppeln
  3. Federbelastete Niederschraubventile komplett schließen (Druckabgänge schließen)
  4. höchstmögliche Drehzahl einstellen
  5. Die Pumpe muss nun einen Druck von 14 - 16 bar erreichen (Achtung: Nicht länger als 1 Minute diese Prüfung durchführen, da ansonsten Beschädigungen an der Pumpe verursacht werden)
  6. FERTIG

Auszüge © Landkreis Osnabrück Kreisausbildungsleiter / Fachgruppe Maschinistenausbildung

 

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